Rund  um  den  Peloponnes.....


 

08. Oktober 2019     Die Reise kann beginnen…..  / 248 km

 

 

 

Am Morgen hatte ich zuerst noch einen Arbeitseinsatz im schönen Solothurner Jura und kurz nach dem Mittag rollte unsere FRELSI über die Autobahneinfahrt auf die A1 und weiter auf der A2 bis nach Lugano, unserem ersten Etappen Ziel. In Lugano auf dem schönen von der Stadt gebauten Stellplatz angekommen, zog ich die Vespa aus der Heckgarage und mit dem roten Flitzer ging es zu einem Verwandtenbesuch nach Breganzona. Bei Kaffee und Kuchen gab es in kurzer Zeit viel zu erzählen und der Tag nahm ein gemütliches Ende.

 


 

09. Oktober 2019     Jaja, diese Autostrada…..  / 198 km

 

 

 

Unsere Fahrt verläuft weiter durch unser schönes Tessin Richtung Italien doch in Chiasso ein abruptes Ende von schön, kaum den Zoll passiert und in Italien angekommen stehen infolge katastrophalen Bedingungen 60er Tafeln auf der Autobahn. Löcher in der Strasse, deformierte Leitblanken, düstere Tunnels wo die Seitenwände abbröckeln, Bau Abschrankungen ohne Bauarbeiter etc. So langsam gegen Süden wird die Gebührenpflichtige Autostrada doch langsam besser und wir erreichen unser heutiges Ziel Fontenellato kurz nach dem Mittag. Nach einem kleinen Picknick in der FRELSI ging die Erkundungstour in das nur 5 Minuten entfernte Altstädtchen Fontanellato und dabei war der erste Eindruck von Italien rasch vergessen. Ein Ort wie ein "Schmuckdruckli" hat uns empfangen, nach dem Gang durch das Stadttor zeigten sich mit Natursteinen gepflasterte Gassen, pastellfarbene Häuser und mitten in der Stadt das alte Wasserschloss, wie in einem Märchen.


 

10. Oktober 2019     Das Meer ist erreicht…..  / 281 km

 

 

 

Die Autostrada brachte uns via Bologna nach Fano und somit auch ans Meer. Viel Spektakuläres bot die 20.20 Euro teure Strecke von Fontanellato bis nach Fano nicht, der Verkehr hielt sich in Grenzen und grösstenteils konnte FRELSI's Tempomat auf die programmierten 100 km/h aktiv bleiben. In Fano steuerten wir als erstes den kostenlosen Stellplatz der von der Stadt zur Verfügung gestellt wir an. Gerade Sexy zeigte sich der Platz nicht, so standen einige Italienische Dauercamper mit verlotterten Wohnwagen auf dem Platz und haben sich wohl bis ans Lebensende eingerichtet. Am Platz trafen wir ein freundliches Pärchen aus dem Graubünden und sie meinten dass der Platz ok sei und sie während den letzten 6 Besuchen keine Probleme hatten. Wir redeten unserer FRELSI gut zu, schliessen alle Schlösser und zogen zu Fuss zum Hafen und anschliessend in die Altstadt. Fano ist eine überschaubare Stadt mit vielen antiken Gebäuden die auf ihre Restauration warten. Doch wie in vielen Italienischen Städten ist das nötige Geld geflossen leider in falsche Taschen.


 

11. Oktober 2019     Zur Fähre nach Ancona  / 64 km

 

 

 

Für die Fahrt zum Hafen von Ancona haben wir auf die Autobahn verzichtet, gibt es ja genügend Zeit da der Check-In erst auf 14:30 Uhr terminiert ist. In Ancona angekommen pflügten wir uns den Weg durch das riesige Hafengelände, verschiedenste Fährschiffe und Kreuzfahrtschiffe nehmen Kurs ab Ancona, demzufolge herrscht hier ein wahrer Wirrwarr. Dank meiner guten Vorbereitung war das Check-In Terminal dann zügig gefunden und wir standen vor dem Schalter der Minoan-Line. Viele Leute standen nicht am Schalter, da aber pro Check-In gute 15 Minuten benötigt wurden, standen wir trotzdem 1 ½ Stunden an. Noch währen der Zeit vor dem Schalter bekam ich ein SMS von der Fährgesellschaft mit der Meldung dass die Fähre mit 5 Stunden Verspätung den Hafen verlassen wird. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ärgert man sich halb zu Tode, oder man macht es wie wir und erkunden die schöne Stadt Ancona, macht einen Geocache und geht gut Essen. Ende gut, alles gut, unsere FRELSI schlüpfte mit all den vielen LKW und PKW's und den gigantischen Bauch der Fähre, wir bezogen unsere Kabine und liessen uns Richtung Griechenland in den Schlaf schippern.  


 

12. Oktober 2019     Ankunft in Patras  / 10 km  (plus 1200 km Fähre)

 

 

 

Die ganze Überfahrt verlief sehr ruhig bei sommerlichem Wetter und Null Wellengang. Die Fähre bietet ein bedientes- und ein Selbstbedienungsrestaurant, verschiedene Bars, einen Shopping Laden, Casino und zwei Pool auf dem Sonnendeck an.  Die Restaurantpreise sind fair und die Speisen gut. Die Kabine war zweckmässig mit WC/Dusche. Nach 24 Stunden erreichten wir den Hafen von Patras und nach kurzer Hektik rollten die Fahrzeuge aus dem Heck der Fähre. Durch die Verspätete Abfahrt in Ancona war in Patras bereits dunkel und wir brauchten noch einen Übernachtungsplatz, zum Glück habe ich mir bereits im Voraus einen Plan-B besorgt und so steuerte ich etwas ausserhalb von Patras den Badestrand Padra-Nord an und da gab es auch noch genügend Platz für unsere FRELSI. Wildes stehen in Griechenland, da streiten sich die Geister, wir haben auf jeden Fall sehr gut geschlafen.


 

13. Oktober 2019     Besuch der ersten Ruine…..  / 53 km 

 

 

 

Die Rio-Brücke mit ihren 2883 m Länge haben wir gestern bereits bei Nacht von unserem Stellplatz aus gesehen sie überquert den Golf von Korinth und ist ein architektonisches Meisterwerk. Heute schauen wir uns die Sache aus der Nähe an wo sich auch die Ruinen der West Venetian Bastion befindet. Hier trifft das alte auf das neue und zeigt dass es die Griechischen Ingenieure schon seit je auf dem Kasten haben. Nach dem ersten "Steinhaufen" geht es zum heutigen Etappenziel nach Elonas zum Camper-Stopp. Wir waren die einzigen Gäste auf dem direkt am Strand liegenden Stellplatz wo es Dusche, Ver- und Entsorgung und eine Taverne gibt. Nach dem freundlichen Empfang erklärte der Besitzer, dass der Preis für eine Übernachtung bei € 10.00 liege, sollten wir jedoch bei ihm zum Nachtessen bleiben, sei die Übernachtung kostenlos und da konnten wir nicht widerstehen. Obschon wir die einzigen Gäste waren, wurden wir von seiner Frau hervorragend bekocht, zum Preis von € 33.00 für Vorspeise, einem Griechischem Salat, dem Hauptgang und ½ lt Rotwein (Für 2 Personen).


 

14. Oktober 2019     Mir Schweizer Qualität auf den Berg…..  / 0 km 

 

 

 

Nach einem atemberaubenden Sonnenaufgang ging es heute Früh mit der Vespa nach Diakofto. Denn ein Muss auf dem Peloponnes ist sicher eine Fahrt mit der Zahnradbahn von Diakofto nach Kalavryta und zurück. Die spektakuläre Bahn wurde 1896 eingeweiht und der Bau war eines der schwierigsten Unternehmen der Epoche. Mit gerade 75 cm Spurweite ist dies eine der engsten Schienentrassen. Jahrzehnte wurden die Wagen von kleinen Dampfloks durch die Schlucht befördernd und seit 2009 stehen hier Schweizer Spezialzüge von der Firma Stadler-Rail im Einsatz, angetrieben von Dieselloks. In Kalavryta angekommen zeigte sich ein kühles Klima, ist dieser Ort doch eines von wenigen Skigebieten in Griechenland. Schnee war keiner zu sehen dafür viele Souvenirläden die auf ihre Kundschaft warten. Wenn ich das nächste Mal hier bin, werde ich mit der Bahn nur bis zur Mittelstation Mega Spiläon fahren, dort das Kloster besuchen und  anschliessend in 3 ½ Stunden zurück nach Diakofto wandern. Der Wanderweg führt dem Bahngeleise entlang durch die fantastische Schlucht mit viele sehr alten und bizarren Olivenbäumen.


 

15. Oktober 2019     Kanal von Korinth, Leuchtturm und Strand  / 123 km 

 

 

 

Vor vier Jahren war ich bereits am Kanal von Korinth und war total fasziniert über dieses Bauwerk, heute gab es ein erneuter Stopp für eine Besichtigung und zusätzlich wurde noch ein Geocache bei der Brücke gefunden. Hier waren nicht Griechen, sondern ungarische Ingenieure am Werk und haben das unvorstellbare verwirklicht. Der Kanal wurde von 1881 – 1893 gebaut und hat eine Länge von 6343 Meter. Die Schiffe müssen nicht mehr um den Peloponnes herum fahren uns sparen so 400 Km. 1944 wurden die Brücken über den Kanal von den Deutschen gesprengt und ein Teil der Steilmauer zerstört, zusätzlich wurden Lokomotive und Eisenbahnwagen im Kanal versenkt um ihn unbrauchbar zu machen. Von 1946 – 1948 wurde der Kanal mit Hilfe der Amerikaner wieder instand gestellt. Unser heutiges Reiseziel war Perakora mit dem Besuch des Leuchtturms und den Ausgrabungen vom Tempel Heraion. Bereits auf der Hinfahrt entdeckten wir einen lauschigen Strand wo bereits vereinzelt WoMo's standen und so peilte unsere FRELSI nach den schweisstreibenden Besichtigungen schnurstracks zum besagten Strand wo sie sich ein Traumplätzchen ergatterte. Für den Pilot und die Co-Pilotin kam jetzt eine Abkühlung wie gerufen.


 

16. Oktober 2019     Zurück auf den Peloponnes  / 118 km 

 

 

 

So macht erwachen Freude, bei diesem Bild das sich durch die Scheibe von unserer FRELSI zeigt war das Hundegebell von der letzten Nacht beinahe vergessen. Nach diesem kleinen Abstecher ging es über den Kanal von Korinth wieder zurück auf den Peloponnes, eigentlich war ein  erneuter Stopp beim Kanal nicht vorgesehen, doch beim Passieren der Brücke habe ich zwei Schiffe entdeckt und lenkte  FRELSI auf den nächst besten Parkplatz um dieses Geschehen zu Fotografieren. Auf der Weiterfahrt  begegneten wir noch einem kunstvoll bemalten alten VW-Bus und auch hier konnte ich einem Stopp nicht widerstehen. Unser erster Camper war ein VW T2a Jg. 70 und dieses Feeling steckt immer doch im Blut. Die heutige Tour führte uns durch das Gebirge vom  rechten Finger der Peloponnes  zu der Franchthi-Höhle an dem Paralia Lampagianna. Wenn man solche Ziele ansteuert ist man froh wenn das WoMo keinen Zentimeter grösser ist. Bei der Bucht angekommen zeigten sich gerade mal zwei Wohnmobile die in dieser traumhaften Lage stehen. Wir genossen ein Abend wie im Bilderbuch…..


 

17. Oktober 2019     Wir machen einen Tag Ferien…..  / 0 km 

 

 

 

Diese Bucht ist so schön man möchte einfach hier bleiben und so haben wir uns spontan einen Tag Ferien bewilligt und sind geblieben. Am Morgen brachte uns eine kurze Wanderung zur Franchthi-Höhle die in der Nebensaison frei zugänglich ist. Die Taschenlampen blieben im Rucksack da der Höhleneingang so gross ist, dass überall genügen Licht vorhanden war und ferner gibt es Öffnungen an der Höhlendecke wo uns die Sonne ständig auf den Fersen blieb. Nach der Besichtigung ging die Suche nach einem Geocache der mit einer Kletterpartie auch gefunden wurde. Der Rest vom Tag war Ferien mit faulenzen, Schwimmen in noch angenehm warmen Meer, einem Griechischen Salat aus FRELSI's Küche und dem einen und anderen Schwatz mit dem zweiten WoMo-Pärchen, der dritte hat uns am frühen Morgen verlassen  uns so hatten wir beide den ganzen Tag die Bucht für uns.


 

18. Oktober 2019     Nach dem Schlund der Heiligen ab in die Berge  / 190 km 

 

 

 

Irgendwie haben wir uns in die Bucht die uns die beiden letzten Nächte beherbergte verliebt und der Abschied stimmte uns ein wenig Wehmütig. Wir haben zum Glück noch einiges vor uns und bereits nach 15 Kilometer standen wir vor einem weiteren Highlight, der Spilea Didimon oder die Höhle von Didima. Natürlich war es wieder ein Geocache der uns an dieses verlassene Stück Erde brachte. Bei dem kleinen Parkplatz am Ende der Strasse führt eine Treppe in den Untergrund der Erde, aber wohin? Nach 51 Stufen staunten wir nicht schlecht, wir standen in einem riesigen Karsteinbruch (ein Loch in der Erde), ringsum hohe Felswände und versteck zwei kleine Kirchen die frei besichtigt werden konnten. Solche Dolinen sind uns schon bei den Pitwitzer Seen in Kroatien begegnet, einfach ohne Kirchen.  Nach 300 m Fussmarsch war eine weitere schon von weitem zu sehende Doline schräg im Felsen zu erkennen. Die Weiterfahrt brachte uns via Nafplio in einen weiteren Finger der Peloponnes, doch diesmal in die Berge. Steile Serpentinen brachte FRELSI arg ins schnaufen, immer wieder hoch und runter wobei wir bei einem Brunnen mit Quellwasser einen Stopp einlegten um unseren Wasservorrat aufzufüllen. Für die heutige Übernachtung fanden wir auf 820 m ü. M  ein Platz mit freier Sicht in die Bergwelt.


 

19. Oktober 2019     Monemvasia, die Mittelalterstadt am Berg  / 120 km 

 

 

 

Der Samstag widmeten wir der Mittelalterstadt Monemvasia, der Burgenberg ist nur über einen Damm zu erreichen. Angekommen ging es zu Fuss die einen Kilometer lange Strasse um den Berg bis zum Stadttor, auf dem Weg gab es noch einen kurzen halt beim Friedhof wo zwei Stationen vom heutigen Geocache zu absolvieren waren. Was bis jetzt ganz unscheinbar wirkte, änderte sich abrupt beim passieren des Torbogens. Aus Angst wird manchmal schönes geboren. Monemvasia ist ein Beleg dafür. Schon im 6. Jahrhundert zogen sich byzantinische Griechen auf diesen 300 m hohen und breiten, 1700 m langen Kalksteinklotz ganz dicht an der Küste des Peloponnes zurück um Schutz vor Slaven und später auch Arabern zu finden. In diesem total Autofreien Ort wird alles nur auf Schubkarren transportiert. Heute ist der 1400 Seelen Ort ein Schmuckstück und lebt ausschliesslich vom Tourismus, geboten werden diverse Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und kleine Läden.  Die Idee auf dem Parkplatz für die kommende Nacht zu bleiben zeigte sich rasch als Hirngespinst, der Schattenlose  Platz brachte unsere FRELSI während unserer Stadtbesichtigung auf 40 Grad Innentemperatur (aussen 30 Grad) und ist wirklich nicht mehr als ein öder Parkplatz. Also ab auf die Suche nach einem Strand mit Abkühlgarantie.


 

20. Oktober 2019     Schiffswrack und Mani-Dörfer  / 96 km 

 

 

 

Der Übernachtungsstrand von der letzten Nacht bot eine super Attraktion. Mit dem Schiffswrack Dimitros das hier am 23. Dezember 1981 strandete und seiner 67 m Länge liegt in traumhafter Lage und man kann bis zum Schiff hin gehen, mit Badehose ist es sogar möglich das Innere zu erkunden, das je nach Wellengang aber nicht ganz ungefährlich sein kann. Ich streckte mal das Objektiv meiner Kamera durch ein Rost Loch und konnte so den Innenraum auf Bild festhalten. Die Weiterfahrt führte uns durch verschiedene Mani-Dörfer mit ihren Turmhäuser. Die engen Strassen der alten Dörfer brachte unsere FRELSI schier an die Grenzen, zum Glück war Sonntag und kaum (Gegen) Verkehr. Das heutige Ziel, der Saurierstrand (voller grosse weisse Kieselsteine) erreichten wir heil und eine Schnorchel-Tour befreite mich von den (Angst) Schweissperlen.


 

21. Oktober 2019     Bootsfahrt in der Tropfstein Höhle  / 117 km 

 

 

 

An diesem idyllischen Strand wollten wir eigentlich noch eine weitere Nacht verbringen, wenn da nicht gestern Abend noch Besuch der Polizei gewesen wäre. Dass wir in unmittelbarer Nähe des Verbotsschild für Camping und Wohnmobil standen war mir natürlich bewusst. Die beiden Herren, ein kleiner schlanker und sein Begleiter so ein Bud Spencer Typ haben uns sehr freundlich mitgeteilt dass es hier Verboten ist zu Campieren, ich gab ihm recht und sagte ihnen, dass wir die benachbarte Tropfsteinhöhle besuchen wollten, doch leider alles ausgebucht sei und wir erst für den morgigen Tag Tickets für die Höhle bekommen haben. Die beiden in der warmen Kleidung blieben weiterhin sehr freundlich und sagten dass wir bleiben dürfen, aber einfach keine Zelte aufschlagen und nix Grillieren. Da hatten wir nochmals Glück, so kann in Griechenland ein Übernachten neben einem Verbotsschild bis zu € 300.00 kosten. Nach einer guten Nacht (mit Polizeibewilligung) ging es am Morgen in die Höhle von Glifada. Die kleinen Booten bringen einem in 40 Minuten durch das Labyrinth der Höhlengänge und am Schluss sind noch zu Fuss 10 Minuten bis zum Ausgang Programm. In all meinen besuchten Höhlen gab es noch nie eine so lange Bootstour und die € 15.00 haben sich wirklich gelohnt. Da jetzt unsere Polizeibewilligung so langsam ausläuft, machten wir uns aus dem Staub und FRELSI kraxelte wiederum die Mani-Berge hoch und schlüpfte durch die engen Bergdörfer. Der Strand den wir im Visier hatten zeigte sich ohne Schatten und so was von karg dass wir die heutige Etappe bis nach Messini fortsetzten.


 

22. Oktober 2019     Koroni, der Fischerort mit Castel  / 45 km 

 

 

 

Der Übernachtungsplatz von Messini war nicht gerade eine Rosine. Beim Inspizieren der Umgebung zeigten sich da und dort Glassplitter von eingeschlagenen Autoscheiben. Ich gehe mal davon aus, dass die während der Hauptsaison entstanden sind und die Räuber zwischenzeitlich das Feld geräumt haben. Geschlafen haben wir auf jeden Fall gut und der FRELSI wurde auch keinen Schaden zugeführt. Nach dem Frühstück brachte uns eine kurze Fahrt nach Koroni mit seinem Fischerhafen und der Castel-Ruine. Für die kommenden zwei Nächte haben wir zum ersten Mal seit wir unterwegs sind einen Campingplatz aufgesucht, denn meiner Manu juckt es unter den Fingernägel und sie möchte so gerne mal Kleider Waschen. Doch vorher wird das kleine Städtchen Koroni erkundet und nach gerade mal zehn Minuten dem Strand entlang standen wir am Hafen mit einigen hübschen Tavernen.


 

23. Oktober 2019     Koroni, die Umgebung mit der Vespa  / 0 km 

 

 

 

Der Campingplatz mit seinen grossen und schattigen Parzellen wäre gar nicht so schlecht wenn da die vielen Katzen nicht wären. Eigentlich habe ich nichts gegen Katzen, doch wenn sie einem haufenweise um die Beine schleichen und überall ihre Hinterlassenschaften liegen lassen hört bei mir die Tierliebe auf. Als dann an die zwanzig Stück vor dem FRELSI- Eingang lauerten kam mir die Idee den Marderschreck zu aktivieren, da Denkste, der wurde zuerst beschnuppert und dann einfach Ignoriert. Jetzt kam mir "Grossmutters Wunderwaffe" in den Sinn und siehe da unser Stellplatz wurde von den Viecher grossräumig vermieden. Das Rezept ist einfach: Nehme einen Wasserzerstäuber, drehe die Düse ganz auf (wie bei einer Wasserpistole) und die Ruhe kehrt ein. Natürlich habe ich nicht den ganzen Tag "Wilder Westen" gespielt, nein wir kurvten mit der Vespa einsame Buchten an wo es mit PKWs kein durchkommen mehr gibt und besuchten selbstverständlich den einen und anderen Geocache. Als sich unsere Mägen bemerkbar machten, brachten wir ein paar Euros in die Hafentaverne Barbarossa in Koroni.


 

24. Oktober 2019     Methoni mit seiner gigantischer Burg  / 32 km 

 

 

 

Nach einer kurzen Fahrt sind wir in Methoni auf dem Campingplatz angekommen. Der Camping liegt direkt am Ortsrand mit Sicht auf das grosse Castel. Die Anlage entstand um 1500 und überdeckt eine Fläche von 9.3 Hektaren. Leider wurde hier im 2. Weltkrieg einiges zerstört.


 

25. Oktober 2019     Zu unserem Feriendomizil nach Glifa  / 169 km 

 

 

 

Nach dieser interessanten Rundreise um den Peloponnes, gönnen wir uns und vor allem unserer FRELSI  noch ein paar Ferientage in Glifa auf einen Fantastischen Campingplatz. Woche für Woche sind  hier in Griechenland immer weniger Gäste und die Camping offerieren ihre Plätze zu Schnäppchen Preisen. Der Camping Ionion Beach mit seinem Mitteleuropäischen Standard ist einer der schönsten den ich je gesehen habe. Von hier aus werden wir die Gegend mit der Vespa erkunden, aber heute war erst mal der traumhafte Strand Programm.


 

26. Oktober 2019     Zu Gast bei den Griechen Nicolas und Margarita  / 0 km 

 

 

 

Was wir heute erlebt haben, ist in der Schweiz kaum vorstellbar. Unser Hobby "Geocaching" brachte uns in das kleine Dorf Camara auf dem West Peloponnes wo sich ein Cache mitten im Ort bei einem alten Haus mit viel Keramik Dekoration versteckt hielt. Kaum haben wir unsere Vespa abgestellt, stand eine ältere Dame bei der Gartentür und begrüsste uns freundlich. Wir sollen doch rein kommen und ihre (eine Art Museum) Sachen anschauen. Ich versuchte zu erfahren ob sie etwas von einem Geocache wisse, doch sie schüttelte den Kopf und erzählte in einem Griechisch-Französisch-Deutschem Akzent über ihren Keramischen Reichtum. Später kommt noch ihr Mann die Treppe hoch und dann ging alles recht schnell. "Ich bin Nicolas und meine Frau heisst Margarita" haben wir in einem recht guten Deutsch erfahren, er wollte wissen woher wir kommen und schaute fragend auf die Vespa…..  Ich habe ihm erklärt dass wir mit dem Wohnmobil von der Schweiz nach Griechenland gekommen sind und den Peloponnes umrundet haben und jetzt zufällig mit der Vespa bei ihm gelandet seien. "Ihr müsst bleiben, setzt euch" waren Nicolas Worte bevor er wieder die Treppe hinunter stieg. Jetzt erzählte Margarita über ihre Keramik Sammlung in ihrem dreisprachigen Akzent der für mich recht schwer zu verstehen war und da kam bereits Nicolas mit einer Flasche Wein und einem Apero aus Olivenbrot mit Tomaten und sagte dass wir zum Essen eingeladen sind. Auf meine Frage was der Grund für die Einladung ist meint er, dass sei in so einem kleinen Dorf in Griechenland üblich wenn einem Menschen sympathisch seien und übrigens der Fisch sei bereits im Ofen. Wir haben dann diese Gastfreundschaft einfach genossen und den beiden 80 Jährigen, Nicolas und Margarita beim erzählen zugehört und in kurzer Zeit viel über die einfachen Menschen im kleinen Dorf erfahren. Nach dem Dessert zeigte uns Nicolas noch seine Plantage mit Bäumen voller Granatäpfel, Mandarinen, Zitronen, Feigen und Oliven. Natürlich durfte eine Tasche mit Früchten nicht fehlen. Es war ein wunderschöner Nachmittag der mich aber auch Nachdenklich über unsere Schweizerische Lebensweise macht…… Ach ja der Geocache: Nicolas hatte die Dose bei sich und meinte, da habe mal jemand vor seinem Haus etwas versteckt und da seien Leute gekommen die es gesucht haben, genau wisse er auch nicht was das sei.


 

27. Oktober 2019     Amphitheater und Römerbad  / 0 km 

 

 

 

Geocaching ist ein super Reiseführer und so nutzten wir unser Hobby die nähere Umgebung von Glifa mit der Vespa zu erkunden und wir haben so einiges entdeckt. Da standen wir vor einem Lost Place einer ehemaligen Disco und wenn ich mich nicht täusche tönte da noch Roberto Blanco aus den Lautsprecher 😉 Wir lernten eine Sandbucht kennen, in einem Wald versteckt und überwachsen ein kleines Amphitheater, ferner ein Römerbad und der Lost Place einer Schwefeltherme wo die Quellen immer noch aktiv das stinkige Wasser aus dem Boden bringt.


 

28. Oktober 2019     Mit der Vespa auf die Insel Zakynthos  / 0 km 

 

 

 

Ein weiteres Highlight dieser Griechenlandreise ist sicher die Vespa-Tour auf der Insel Zakynthos. Da heute Montag in Griechenland anscheinend ein Feiertag ist, kam ich währen dem Morgenkaffee beim studieren des Fahrplans von der Levante-Fähre kurz in Stress, an einem Feiertag gelten ganz andere Abfahrtzeiten als werktags, also welche wird die richtige sein? Manu meinte dass sie am Vortag gesehen habe wie Kirchen  mit Fahnen dekoriert wurden, also gut, gehen wir davon aus und richten uns nach den "Heiligen" Abfahrtzeiten. Nach 20 Minuten Fahrt standen wir am Schalter der Fähre Killini-Zakynthos und ich war beruhigt als die Dame freundlich fragte, ob wir mit der Vespa aufs Schiff wollen das in 15 Minuten in See sticht. In Zakynthos angekommen ging unsere Tour zuerst an den nördlichsten Zipfel zum Kap Skinari mit seinem gleichnamigen Leuchtturm. Dort starteten wir mit den Potamitis Brothers eine Bootstour zu den blauen Grotten, der alte Kapitän beherrschte sein Handwerk und steuerte sein Boot in mehrere Grotten hinein. Unsere Begeisterung sah man an den leuchtenden Augen und die Felsformationen wurden immer spektakulärer. Vom Kap Skinari ging es mit der Vespa über die Berge an die Westseite der Insel zur Navagio-Bucht mit seinem alten Schiffs-Wrack. Dieser Strand ist der absolut Wahnsinn und mit dem Wrack für einen Fotografen der reinste Segen. Im Weiteren habe ich mir zum Ziel gesetzt, einen neuen TB in den Geocache vom Wrack zu legen (weiter Infos siehe unter "Geocaching"). Die Zeit wurde langsam eng denn in einer Stunde fährt unsere Fähre zurück nach Killini und so holte ich das möglichste aus der Vespa heraus um wiederum über die Berge zum Fährhafen an der Ostseite von Zakynthos zu gelangen. Am Hafen angekommen rollten bereits die PKWs in den Schlund der Fährt und wir hatten nochmals Glück.


 

29/30. Oktober 2019     Ferien am Strand  / 0 km 

 

 

 

Das Ende unserer Griechenland Reise rückt näher und wir geniessen die letzten zwei Tage unter Griechische Sonne am Ionion Strand von Glifa. Einfach nichts tun und die Seele baumeln lassen. So hält sich auch der Bericht in Grenzen ;-) 


 

31. Oktober 2019     Ab nach Patras, die Fähre ruft  / 98 km 

 

 

 

Gut erholt aber mit etwas Wehmut nehmen wir die letzten Kilometer der Peloponnes Umrundung unter die Räder und am Fährhafen von Patras schliesst sich der Kreis unserer Rundreise. Auf den Griechischen Strassen legten wir gut 1200 Kilometer zurück,  alles ohne Autobahn und viel davon auf engen Bergstrassen. Am Hafen von Patras angekommen wurden wir dann auch zum ersten Mal mit dem Problem der Flüchtlinge konfrontiert. Beim Parken auf dem Hafengelände liefen drei schwarz gekleidete Männer vor uns über den Parkplatz und ich sagte zu Manu dass mir dieses Grüppchen nicht ganz geheuer sind, kaum habe ich das gesagt kam ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht und von überall rannten schwarz gekleidete Männer davon. Die meisten kamen unter Lastwagen hervor und  flüchteten über die Hafenabsperrung Richtung  Innenstadt von Patras. Bei der Einfahrt zur Fähre wurde jedes Fahrzeug einzeln von mehreren Sicherheitsleuten inspiziert ob sich ein Flüchtling unter dem Fahrzeug oder auf dem Dach versteckt, ich musste die Aussenklappen öffnen und auch innen wurde alles genau überprüft. Nach diesem Kontrollsektor war die Polizei mit Hunden unterwegs und prompt wurde ein Schäferhund bei einem Lastwagen fündig, der Kerl wurde in Handschellen gelegt und abtransportiert, wohin wissen die Götter…..


 

01. November  2019     Von Ancona nach Fontanellato  / 335 km 

 

 

 

 Nach einer ruhigen Überfahrt von Patras nach Ancona wo wir ziemlich pünktlich ankamen, verlief unsere Reise auf dem direkten Weg via Autostrada nach Fontanellato auf den Stellplatz den wir bereits bei der Anreise besuchten. Wo das letzte Mal eine Hand  voll WoMo's standen, zeigte sich der Platz heute überfüllt von italienischen Camper, wir fanden noch ein Plätzchen und überlegten warum hier so ein Gelage herrscht. Ach ja, es ist der Tag der Toten, der erste November und in Italien ist das der Tag der belegten Stellplätze, nein nicht nur die Stellplätze auch die Pizzeria war bis auf einen kleinen Tisch voll ausgebucht. Zusammen mit Angi und Steffu, zwei Schweizer die wir auf dem Peloponnes kennen gelernt haben, schnappten wir das kleine Tischlein und bestellten vier Mal Pizza, für mich als Aussenseiter eine extra grosse. 


 

02. November  2019     Abschied und ab nach Hause  / 480 km 

 

 

 

 Die Regentropfen klopften bereits während der Nacht auf das Dach unserer FRELSI und am Morgen beim öffnen der Tür wehte mir ein winterliches Klima um die Nase. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, zurück an die Griechische Sonne, oder Richtung Schweiz dem Winter entgegen, wir entschieden uns aus unerklärlichen Gründen für das zweite. Angi und Steffu fiel die Entscheidung noch schwerer, denn sie waren ganze zwei Monate mit ihren beiden Hunden unterwegs. Die beiden, resp. vier haben wir unterwegs auf einem Stellplatz bei Messini gesehen und einige Tage später zufällig auf dem Camping in Methoni. Beim Gespräch damals haben wir erfahren dass sie länger in Griechenland bleiben als wir, umso mehr waren wir erstaunt als ihr markantes Wohnmobil  beim Check-In am Hafen von Patras in der Nähe von unserem stand. Während der Überfahrt lernten wir in Angi und Steffu  ein überaus sympathisches Paar kennen und ihre beiden Hunde sind Manu schnell ans Herz gewachsen.  In Flüelen trennten sich unsere Wege und beide WoMo's steuerten in ihre Heimat.

 

 

Diese Reise zeigte mir:

 

 

Freundliche Menschen von denen man als fremder zum Essen eingeladen wird. Bis zum Abreisetag nur Sonnenschein. Enge Strassen und noch engere Bergdörfer. Einsame Strände. Gemütliche Tavernen. Chaotische Autofahrer und noch chaotischere Autofahrerinnen. Verständnisvolle Polizei. Einige Hochnäsige WoMo-Piloten. Viele freundliche WoMo-Fahrer und liebevolle Gleichgesinnte. Leckere Fischgerichte. Teilweise miserable Strassen. Geschichte die erstaunt. Sehr viel Abfall den Strassen entlang. Strände mit glasklarem Wasser. Super tolle Schiffs-Wrack. Ein grosses Früchtesortiment direkt ab Baum. Plätze mit zu vielen Wohnmobilen. Milde Nächte. Geocaches an spannenden Plätze und Orte. 2800 Kilometer Strasse und 2500 Kilometer mit der Fähre.

 

 

Die Strassenverhältnisse waren teilweise eine Herausforderung, aber die Reise war für mich eine Bereicherung die ich nicht missen möchte und nie bereuen werde. 




Letzte Aktualisierung: 11.11.2021