Mit  dem  Wohnmobil  von  Vancouver  bis  Whitehorse.....


Nach längerem Recherchieren habe ich mich entschlossen, eine Kanada-Tour mit SeaBridge zu unternehmen.

Die Organisation und die Informationen im Vorfeld klappten bestens. Jede Nachfrage wurde innert kürzester Zeit beantwortet.

So konnten wir, Manu und ich uns auf das wesentliche konzentrieren und uns auf die einzelnen Etappen vorbereiten.

Reserviert wurde bei Fraserway RV ein 19 ft. Motorhome das wir in Vancouver übernehmen und in Whitehorse abgeben werden.

 

 


 

30. April 2017 Frankfurt

 

 

Bevor wir unseren Direktflug von Frankfurt nach Vancouver antreten, möchten wir die Gelegenheit nutzen, Frankfurt besser kennen zu lernen. Wir haben uns daher entschlossen, mit der Bahn bereits einen Tag früher anzureisen. Bei einem Flug mit Lufthansa, bieten die Airline ein Rail&Fly Ticket für Euro 70.00 (retour) ab jedem Deutschen Bahnhof zum entsprechenden Flughafen an. So benötigten wir von Zuhause bis Basel Badischer Bahnhof eine SBB Fahrkarte und weiter kam dann das Rail&Fly zum Einsatz.

 

Ein Tag früher anzureisen hat sich wirklich gelohnt, so hält Frankfurt einiges zum Erkunden bereit. Das Zimmer haben wir im Hotel The Frankfurt, 2 Minuten vom Bahnhof gelegen so konnten die Stadt gut zu Fuss erkundet werden. Einen Spaziergang dem Main entlang zur Altstadt, wo viele Lokale zum Essen einladen. Mich überraschten die vielen Wolkenkratzer, ob schön oder nicht soll jedem selbst überlassen sein.

 


 

1. Mai 2017 Vancouver

Nach der pünktlichen Landung um 14:30 Uhr Ortszeit sind wir in Vancouver nach einer etwas aufwendiger Passkontrolle zum Hotel Holiday Inn gefahren. Trotzdem dass wir bereits seit rund 16 Std. unterwegs sind, wollten wir nach dem Zimmerbezug noch etwas von dieser tollen Stadt erfahren. Mit dem Wasser-Taxi sind wir nach Granville Island gefahren und gönnten uns in der Markthalle was kleines für den Magen.


 

2. Mai 2017   Vancouver

Bevor die eigentliche Tour mit dem Wohnmobil losgeht, geniessen wir noch einen Tag in Vancouver. Die Stadt bietet so einiges und man könnte hier problemlos mehrere Tage verlängern. Der interessante Teil der Stadt liegt zwischen Chinatown und dem Harbor Center. Das Mittagessen gönnten wir uns in der Old Spaghetti Factory, einem originellem Lokal in dem sich ein alter Eisenbahnwagen befindet. Lohnenswerte Ziele sind sicher der Stanley Park, das Bronzedenkmal vom Stadtgründer Gassy Jack, der "Steam-Clock" die alle 15 Minuten mit Dampf eine Melodie von sich gibt. Einen Besuch wert ist auch der Stadtteil Gastown oder Chinatown das jedoch langsam von seinem Flair verliert. Wenn die Zeit für eine ausgiebige Erkundung beschränkt ist, empfehle ich bei einer Stadtführung teil zu nehmen oder mit dem ÖV Vancouver zu durchkreuzen.


 

3. Mai 2017 / Vancouver - Ucluelet (Vancouver Island) / 232 km

 

Heute steht die Übernahme von unserem Wohnmobil bei Fraserway RV auf dem Programm. Das ganze Prozedere lief gut organisiert über die Bühne. Ein grosser Vorteil ist sicher, dass bei Fraserway RV die meisten Mitarbeiter Deutsch oder gar Schweizerdeutsch spricht, das kommt daher dass der Gründer der Mietstation ein Berner ist. Das uns zugewiesene Fahrzeug ist ein neuer Ford mit enem V8 Benzin-Motor, bin mal gespannt was das Ding auf 100 km Schlucken wird. Bis zum Fährhafe sind es rund 30 km wo wir uns das Ticket für unsere Überfahrt zum Preis von $ 85.00 besorgten. Nach der zwei stündigen Überfahrt erreichten wir Nanaimo und machten uns zügig weiter Richtung unserem Tagesziel Ucluelet weiter. In Port Alberni nutzten wir die Gelegenheit unseren leeren Kühlschrank zu füllen und uns mit Proviant fürs erste einzudecken.In Ucluelet angekommen, zeigte sich ein Camping vom Feinsten, unser Platz direkt am See mit Blick zum Hafen.


 

4. Mai 2017 / Ucluelet  (Pacific Rim National Park)  / 60 km

Für heute ist die Wettervorhersage sehr gut und ich habe mich entschlossen den Tag möglichst früh zu beginnen. So erkundigte ich den Ort bereits vor 06:00 Uhr, zuerst der Hafen mit den Fischerbooten wo das eine und andere Schiff für die Ausfahrt bereit gemacht wurde. Ucluelet ist ein kleiner Fischerort und strahlt mehr «Charakter» aus als das nahe gelegene Tofino. Nach einem Rundgang durch den Ort ging es zurück zum Wohnmobil. Dort angekommen schlenderte ein Schwarzbär  vom See her Richtung unserem Wohnmobil, glücklicherweise war ich mit der Kamara ausgerüstet und konnte trotz Aufregung den «Pelzige» ablichten als er am WOMO vorbei Richtung Wald trampelte. Ist schon ein spezielles Gefühl, zum ersten mal im Leben einem freilebendem Bär gegenüber zu stehen. Für den Zugang zu den Nationalparks muss in Kanada jeweils eine Gebühr bezahlt werden, doch dieses Jahr wird das 150 Jährige Jubiläum gefeiert und die Parks sind im 2017 kostenlos zugänglich. Der Pacific Rim National Park bietet viele schöne Wanderrouten von denen wir an diesem Tag gleich drei gemacht haben wobei der «Schooner Trail» der klare Favorit war. Der Trail führt im ständigen auf und ab durch einen urtümlichen Regenwald bis hinunter zu einer sehr imposanten Küstenlandschaft. Von Ucluelet aus werden Whale Watching Touren angeboten, da wir vor nicht langer Zeit eine Tour in Island mit Erfolg erlebten, liessen wir es diesmal sein. Der Abend verbrachten wir nochmals in Ucluelet.


 

5. Mai 2017 / Ucluelet – Victoria / 290 km  

Für heute liegt eine längere Strecke vor uns, die Route führt uns über Nanaimo nach Victoria. Ein interessantes Zwischenziel ist sicher  Chemainus mit seinen Fassadenmalereien. Das Wetter stand wiederum auf unserer Seite und so konnten wir das Städtchen in vollen Zügen geniessen. Diese «Murals» sind sehr beeindruckend. Einige Kilometer weiter zeigte sich Duncan, die «City of Totems» wie sie sich selbst nennen. An die 80 Totempfähle säumen die Strassen, da leider keine geeignete Parkmöglichkeit bestand, begutachteten wir die Objekte vom Wohnmobil aus. Bevor wir uns anschliessend auf dem Campground einrichteten, war noch Einkaufen im «Superstore» angesagt.


 

6. Mai 2017 / Victoria / 0 km

 

Heute bekommt unser WOMO einen wohlverdienten Ruhetag und wir besuchten den Downtown von Victoria mit dem ÖV. In der Nähe vom Campground befand sich die Busstation wo wir uns für $ 5.00 eine Tageskarte besorgten. In der Hauptstadt von British Columbia ist noch ein Flair vom altenglischen vorhanden. Beim inneren Harbor können die Wasserflugzeuge bei Start und Landung beobachtet werden und wer Lust hat, kann für ca. $ 100.00 einen Rundflug buchen. Ganz schön zeigt sich hier das «The Empress Hotel» und das «Parlament», beides ist öffentlich zugänglich. Wir bevorzugten jedoch einen Spaziergang dem Wasser entlang zur Fisherman’s Wharf wo wir uns so richtig British eine grosse Portion Fish&Chips gönnten. Sehr toll wie hier die schwimmenden Häuser zu einem kleinen Städtchen her gerichtet wurde und an der Küste tummelten sich Seelöwen und Fischotter die auf ein Häppchen warten. Wir besuchten noch «China Town» und der «Market Square», anschliessend neigte sich unser Autofreier Tag dem Ende zu.  

 

 

 

 

 


 

7. Mai 2017 / Victoria – Vancouver / 240 km

Die heutige Tour bringt uns wieder aufs Festland zurück. Für die Rückfahrt nehmen wir von Nanaimo aus die Fähre vom «Departure Bay Ferry Terminal» die uns zurück nach Vancouver bringt. Zu fahren gibt es heute nicht viel, daher haben wir uns entschlossen nach dem Verlassen der Fähre «Sqamish» anzusteuern, der Ort bietet einiges an sehenswertem. Aber Hoppla….  alle Parkplätze sind belegt, erst jetzt haben wir realisiert dass es Sonntag ist und die Einheimischen von Vancouver ihre Freizeit wohl auf dem Land verbringen möchten. So haben wir unser WOMO um 180 Grad gedreht und sind zum Minen-Museum gefahren. Trotz dem happigen Eintritt von $ 30.00 pro Person, haben wir uns Tickets besorgt. Es gab eine geführte Tour von ca. einer Stunde, zuerst mit der Minenbahn in den Berg und anschliessend wurden zu Fuss einige Stollen erkundet. Nachdem wir das Tageslicht wieder erblickt haben, ging es langsam Richtung unserem Campground in Nord-Vancouver. Der Platz gehört den Sqamish Indianer und er liegt auch in dessen Reservat.


 

8. Mai 2017 / Vancouver – Harrison Hot Springs / 160 km

Heute steht keine riesen Tour vor uns, so konnte der Tag gemütlich angegangen werden. In der Nähe vom Campground liegt der Lynn Cayon mit seiner imposanten Hängebrücke. Der Trail führt vom Parkplatz aus über die Hängebrücke die zum schaukeln verleitet (gefällt nicht allen) weiter im stetigen auf und ab dem Fluss entlang über eine weitere Brücke, von dort wieder zurück zum Parkplatz. Etwas entfernt gibt es noch die Capilano-Hängebrücke, dort wird man jedoch für die 137m lange Brücke von  $ 35.00 Eintritt erleichtert. Nach einer Fahrt von gut 120 km ist der «Bridal Veil Falls» erreicht. Auch hier führt ein Trail durch schöne Waldlandschaft zu Wasserfall. Am späteren Nachmittag ist dann Harrison Hot Springs erreicht, bekannt für seine heissen Quellen direkt am See gelegen und eingekesselt in eine fantastische Berglandschaft. Am See kamen wir in den Genuss eines Sonnenuntergangs wie im Bilderbuch. Das Bad hatte bei unserer Ankunft bereits geschlossen und so war nix mit einem Hot-Pot.


 

9. Mai 2017 / Harrison Hot Springs – Cache Creek / 240 km

Heute liegt eine längere Strecke vor uns und die erst Etappe war nach rund 90 km beim Hells Gate Canyon, einer Felsverängung wo sich der Fraser River mit all seiner Kraft und 50 Meter Tiefe durchzwängt angesagt. Von der Strasse her führt ein Gondel (ein Schweizer Produkt) zum Canyon hinunter, wir haben uns jedoch für den Fussweg entschieden. Ein weiterer Stopp gab es in Lytton wo von einer Brücke aus der Zusammenfluss vom braunen Fraiser- mit dem klaren Thompson River zu sehen ist. Da in der Gegend vor einer Woche ein heftiges Unwetter gewütet hatte, waren aber beide Flüsse stark mit Sedimenten beladet. Am Abend mussten wir erfahren, dass der Feuerwehrkommandant von Cache Creek wo wir die kommende Nacht verbringen, beim Einsatz von den Fluten mitgerissen wurde und dabei sein Leben verlor.  Auf der Historie Hat Creek Ranch wo wir auch die Nacht verbringen, war ein Barbecue angesagt, dabei tummelten sich auf der Terrasse verschiedene Rassen von freilebenden Kolibris die durch Nektar angelockt wurden.


 

10. Mai 2017 / Cache Creek - Revelstoke / 330 km

Bereits um 08:00 Uhr haben wir den Campground verlassen und sind zum ersten Etappenziel nach Kamloops gefahren. Kamloops bietet so alles was es zum Einkaufen gibt. Nachdem der Kühlschrank und die Vorratskästen gefüllt waren, sollte es heute einen kleinen Umweg über Pinatan Late, dem Reservat der Kamloops Indianer geben. Was ich nicht gewusst habe, ist das nach rund 20 km die Teerstrasse in eine mit Schlaglöcher besetzte Naturstrasse wechselt. Jetzt stellte sich die Frage ob umkehren oder weiterfahren? Wir haben uns für die Weiterfahrt entschieden, kennen wir doch diese Pistenstrassen von Island her. Ob es unserem Wohnmobil gefallen hat, wollen wir hier nicht kommentieren…. Jedenfalls war ich froh als wir heil beim Abzweiger in den Trans-Canadia-Highway ankamen. Im Ort «Salmon Arm» konnten wir uns später bei einem Spaziergang an der Watherfront von den Strapazen erholen. Der kleine Ort bietet am Wasser eine hübsche Parkanlage und wir entdeckten ein Weisskopf-Adler in seinem Nest. Weiter bis Revelstoke gab es auf dem TCH noch einige Baustellen die einiges an unserer Reisezeit kosteten, so dass es nur noch zu einem Kurzbesuch beim Revelstoke-Damm reichte. Da das Visitor-Center noch geschlossen hatte ging es dann kurzum auf den Campground im Ort.


 

11. Mai 2017 / Revelstoke - Banff / 300 km

Heute steht uns die attraktivste Strecke vom Trans Canada Highway durch die Rocky Mountains bevor. Als erstes überquerten wir den «Rogers Pass», eine einmalige Landschaft mit schneebedeckten Bergen erstrahlte im Sonnenlicht. Mit dem verlassen des Glacier Nationalparks sind wir in eine andere Zeitzone gekommen und verlieren vom heutigen Tag eine Stunde, die Uhren mussten eine Stunde nach vorne gestellt werden. Nach rund 130 km führte unsere Tour zur «Natural Bridge». Eine Felsenbücke über dem tobenden Wasser, dank Sonne super zum Fotografieren. Eigentlich stand noch ein Besuch des «Spiral Tunnel» auf unserer Liste, leider wurde der TCH infolge eines Unfalls für eine Stunde gesperrt und wir standen in der Kolone fest. Der Tunnel wurde gebaut, dass die Züge die enorme Steigung überwinden können. Da hier die Züge kilometerlang sind, kommt der Anfang des Zuges oben aus dem Tunnel und das Ende ist noch gar nicht im Berg. Banff erreichten wir später zu einer vernünftigen Zeit wo wir uns auf dem Campground gemütlich einrichteten.

 


 

12. Mai 2017 / Banff / 0 km

Heute genoss unser Wohnmobil einen Genusstag auf dem Campground in Banff. Wir konnten uns für die kleine Strecke in den Kern von Banff in einem anderen WOMO anschliessen. Banff ist vorwiegend ein Wintersport Ort, aber auch ohne Schnee hübsch anzusehen. Etwas erhöht befindet sich das nostalgische Nobelhotel «The Fairmont Banff Spring Hotel» wo wir uns am Frühstücks Buffet verwöhnten. Das Hotel wurde 1888 eröffnet und bietet heute 770 Zimmer. Gegenüber liegt der Tunnel Mountain von dessen Strasse aus zeigt sich das Hotel von seiner schönsten Seite. Etwas weiter bietet ein Parkplatz eine tolle Aussicht zu den Hoodoos, den freistehenden Sandtürmen oberhalb des Bow River. Es bietet sich noch die Möglichkeit sich mit einer Gondel auf den Sulphur Montain bringen zu lassen, uns war der Fahrpreis von $ 68.00 pro Person zu überrissen und flanierten stattdessen durch die Strassen von Banff.


 

13. Mai 2017 / Banff – Lake Louise / 70 km

Für heute steht uns nur eine kurze Strecke bevor. Nachdem Wasser und Benzin aufgefüllt war, haben wir Banff verlassen und bogen nach 10 km auf den Bow Valley Parkway (Hwy-1a) ab. Diese Strasse führte uns fern ab von der stärker befahrenen TCH-1 60 km bis Lake Louise durch den Bow Valley Nationalpark. Beim Johnston Canyon parken wir unser Fahrzeug und machten uns zu Fuss dem Canyon entlang bis zum grossen Wasserfall. Nach 2 Stunden waren wir wieder beim WOMO und zogen sehr gemütlich mit diversen Stopps bei den View Points bis nach Lake Louise direkt zum gleichnamigen See mit dem bekannten Fairmont Lake Louise Hotel mit seinen 500 Zimmer. Der Lake Louise war zum Grossteil noch zugefroren und auch noch ordentlich von Schnee umgeben. Nachdem der Campground der direkt am Bow-River liegt bezogen war, gab es einen Spaziergang in den Ort Lake Louise. Hier gibt es einige kleine Geschäfte und Restaurants, das Visitor-Center hatte bereits geschlossen und mit WLAN hat es zum zweiten Tag in Folge nicht geklappt, ist aber halb so schlimm…..


 

14. Mai 2017 / Lake Louise - Jasper / 240 km

Heute steht der Icefields Parkway (Hwy-03 North) vor uns, einer der schönsten Panoramastrassen der Welt. Um von dieser Strecke möglichst viel zu erleben, heisst es früh Wegfahren. Beim bereitstellen vom Wohnmobil zeigte sich einige Meter vor mir  ein Grizzly auf Futtersuche. Dieser Braunbär ist einiges grösser als der Schwarzbär. Schnell Kamera aus dem Fahrzeug holen und versuchen ihn aufs Bild zu kriegen. Er zeigte sich weder scheu noch angriffslustig, Respekt muss man vor so einem Koloss jedoch haben, ich jedenfalls bleibe ihm auf Distanz. Nach diesem Erlebnis scheint auch schon die Sonne und so ging die Fahrt zum Parkplatz vom Peyto Lake. Nach einer kurzen Schnee-Wanderung standen wir beim gefrorene See, umzingelt von seiner Bergwelt präsentiert er sich wunderbar im Sonnenlicht. Nach dem Icefield Center mit Blick zum Athabasca Gletscher folgen auf dem Weg nach Jasper noch die Wasserfälle Sunwapta Falls und der Athabasca Falls. Unterwegs begegneten wir noch einem Schwarzbär der ebenfalls wie sein brauner Kollege vom frühen Morgen, auf Futtersuche war. Am Ende des Tages bekam unser WOMO ein schönes Plätzchen im Whistlers Campground im Jasper Nationalpark, natürlich mit eigenem Picknick Tisch, Feuerstelle, Strom, Frisch- und Abwasser.


 

15. Mai 2017 / Jasper - Hinton / 140 km

Ein etwas ruhigerer Tag steht uns bevor, der Weg nach Hinton ist nicht weit und auf dem Weg ist für heute nicht so viel eingeplant. Nachdem wir unter Wlan-Verzug leiden, loggten wir uns in Jasper bei Subway ins Internet ein und teilten uns ein zweites Frühstück. Die Verbindung lässt zu wünschen übrig und wir bevorzugten einen kleinen Bummel durch den Ort Jasper. Der Ort bietet einige originelle Häuser und einer alte Dampflock, im übrigen dominieren die Souveniershops. Gute 15 km Richtung Hinton kommt man zum Maligne Canyon. Hier führt ein Trail dem Maligne River entlang und überquert den Fluss mit fünf Brücken. Die Tiefe und Enge dieses Canyon ist sehr beindruckend. Nach einigen Fotostopps biegt von dem Yellowhead Highway-16 rechts eine Strasse  zu den Miette Hot Sprins ab. Nach 17 km ist das Thermalbad erreicht, die umzäunte Anlage bieten drei Aussenbecken mit Badetemperaturen von je 18, 34 und 40 Grad warmem Wasser an. Der Eintritt von $ 7.00 finde ich angemessen, bietet doch die Anlage Duschmöglichkeit, und das ist bei solch einer Tour immer eine willkommene Gelegenheit. Von dort sollte die Fahrt direkt zum Campground gehen, dem war jedoch nicht so. Nach zwei Kilometer zeigte sich direkt bei einem Ausstellplatz eine Bärenmutter mit ihrem Jungen. Ein Aussteigen auf dem Fahrzeug ist in einem solchen Fall nicht zu empfehlen! Wir nutzten natürlich die Möglichkeit die beiden vom Auto aus zu Fotografieren, ein ganz grosses Gefühl dies zu erleben. Nach einiger Zeit zogen die beide der Strasse entlang und nach einem Blick zurück überquerten sie die Strasse und zogen in den Wald. Kaum weiter gefahren zeigte sich der nächste Brummer, auf Augenhöhe zog er auf einer Mauer direkt neben unserem Wohnmobil. Der als einfacher Tag angesagt war, endete mit unvergesslichen Eindrücken.


 

16. Mai 2017 / Hinton – Dawson Creek / 470 km

Frühes Aufstehen ist angesagt, sind für heute doch 470 km zu fahren. Die Strecke nach Dawson Creek bietet kaum sehenswertes, so war es halb so schlimm dass es beinahe die ganze Strecke geregnet hat. Am Ziel angekommen, zeigte sich dann doch noch die Sonne und wir konnten die Kleinstadt mit ihren 11'000 Einwohner trocken erkunden. Unterwegs gab es in Grande Prairie ein Mittags-Lunch im Barbecue-House, ein originelles Musiklokal mit gehobenem Fastfood. In Dawson Creek durfte ein Besuch bei der Attraktion  «Mile 0 des Alaska Highway» nicht fehlen. Der berühmte Highway nach Alaska gilt heute als Traumstrasse, war aber eigentlich ein Militärprojekt aus dem zweiten Weltkrieg. Gleich daneben befindet sich das Highway-Hous und etwas weiter das Visitor-Center mit dem Dawson Creek Station Museum, beide sicher einen Besuch wert. Unmittelbar beim Campground befindet sich das Pioneer Village das leider wegen Bauarbeiten geschlossen war.


 

17. Mai 2017 / Dawson Creek – Fort Nelson / 460 km

Ähnlich wie gestern ist auch für heute eine grössere Strecke mit wenig Attraktivität angesagt. Kaum losgefahren wiederholte sich auch das Wetter von gestern, mit Sonne, Regen und Schneefall. Tierisch boten sich einige Rehe und ein Schwarzbär. In Fort Nelson angekommen, erwartete uns ein origineller Campground im Western-Stiel mit Saloon etc. Direkt neben unserem Stellplatz befindet sich das Fort Nelson Heritage Museum mit Exponaten zur lokalen Geschichte, historischen Fahrzeugen und Exponate vom Bau des Alaska-Highway.

 


 

18. Mai 2017 / Fort Nelson – Liard River Hot Springs / 320 km

Der heutige Tag brachte so einiges an Überraschungen, vom Wetter wie von dem gesehenen Tierreich. Wetter: Sonne, Regen, Schnee! Tiere: 2 Schwarzbären, 1 undefinierbarer grosser Vogel ähnlich einem Strauss jedoch Rehbraun, 10 Bison, 2 Hasen, 1 Streifenhörnchen, 1 Elch, 7 Stone Sheep, 2 Biber und natürlich das übliche was ein Tag so bringt. Unterwegs zeigte sich der noch grösstenteils gefrorene Muncho Lake in einem wunderschönen Mystischen Lichtspiel. Zurück zu den Tieren: Warum sieht man auf dieser Strecke so viele Tiere? Der Alaska Highway führt zu einem Grossteil durch urwaldartiges Gebiet, links und rechts von der Strasse ist je ein breiter Streifen entlang des Highway gerodet und hier wächst saftiges Gras das die Tiere vor allem nach dem Winter zum Fressen anlockt. Der Campground liegt direkt unterhalb der Hot Springs mit Naturbecken von 12 – 40 Grad warmen Schwefelwasser. Die Becken sind schön gelegen und über einen Holzpfad gut erreichbar, weiter oben sind noch die Hanging Gardens, ein beruhigender Wasserfall der sich über verschiedene Kaskaden schlängelt.


 

19. Mai 2017 / Liard River Hot Springs – Watson Lake / 210 km

Die heutige Tour geht grösstenteils durch das Gebiet der Bison und bereits nach der Abzweigen auf den Alaska-Highway zeigte sich der erste Bulle liegend am Strassenrand. Dann die Ernüchterung, auf den kommenden 50 km war ausser den biologischen Häufchen nix mehr von Bisons zu sehen. Zum Glück zeigte sich noch ein Schwarz- und später noch ein Braunbär fotogen vor meiner Kamera. Nach dem Abstecher zu dem Whirlpool Canyon, den Stromschnellen des Liard River die sich zu dieser Zeit infolge geringem Wasserstand nicht so spektakulär zeigen, präsentierten sich dafür die Bison in rauen Mengen. Die Prachtkerle zeigen sich um diese Jahreszeit recht «zottelig» da sie ihr Winterfell verlieren. Jetzt verlassen wir British Columbia und kommen nach Yukon. In Watson Lake ist eine der Hauptattraktionen der Sign Post Forest, ein Schilderwald von schätzungsweise 80'000 Schilder. Ob Autokennzeichen, Strassen- und Verkehrsschilder, Ortstafeln etc. wobei auch die Schweiz recht gut vertreten ist. Am Abende war noch ein Besuch des Northern Lights Centre das gegenüber vom Campground liegt auf dem Programm, wo auf einer überdimensionierten Leinwand eine Show über Nordlichter gezeigt wurde.


 

20. Mai 2017 / Watson Lake - Whitehorse / 440 km

Eine lange Fahrt steht vor uns. Landschaftlich zeigte sich der Weg Richtung Alaska wilder und verlassener. Auf dem ganzen Weg begegneten wir nur einer Ortschaft, Teslin mit seinen 500 Einwohner. Ansonsten gab es höchstens eine paar verlassene Weiler und zwei drei Tankstellen die schon länger nicht mehr in Betrieb sind. Rund 100 km vor Whitehorse fing es auch zu Regnen an und wir entschlossen uns, die Stadt erst am nächsten Tag zu besuchen.  

 


 

21. Mai 2017 / Whitehorse / 10 km

 

Zum Ausklang dieser faszinierenden Kanada-Reise geniessen wir noch einen Tag in Whitehorse. Da heute Sonntag ist, verlief ein Bummel durch die Mainstreet recht kostengünstig. Im Visitor-Center holten wir uns einige Infos über Whitehorse und einen Stadtplan, der uns zum alten Raddampfer SS Klondike führte. Mit diesem Dampfer war vor Jahren als der Staudamm noch nicht gebaut war und der River um einiges mehr Wasser führte eine Verbindung nach Dawston City, die mit einer Fahrzeit von 2 Tagen erreicht war.

 


 

22. Mai 2017 / Whitehorse - Schweiz

Nach der Rückgabe unseres Wohnmobil bei Fraserway in Whitehorse verlief die Rückreise via Vancouver, München und Frankfurt wo wir uns noch eine Nacht gönnten weiter in die Schweiz wo wir am 24. Mai am Nachmittag eintrafen.

 


Es würde mich freuen, wenn dir die virtuelle Reise von Vancouver nach Whitehorse gefallen hat und wer weis, vielleicht sehen wir uns irgendwann und irgendwo auf unserem vorwiegend schönen Planet.

Herzliche Grüsse, Sheilinka





Letzte Aktualisierung: 11.11.2021