Nordseeluft  &  Windmühlen.....


 

18. Juni 2020     Die Reise kann beginnen…..  / 154 km

  

Unser erstes Tagesziel ist Turckheim im Elsass in der Nähe von Colmar. Nach so langer Zeit wieder einmal eine Grenze zu passieren ist schon ein komisches Gefühl, doch es war wie früher ohne irgendeine Kontrolle kamen wir zügig voran und parkten unsere FRELSI kurz nach zehn Uhr auf dem Wohnmobilstellplatz direkt an der Altstadt.

Für uns war jedoch zuerst einen Geocache im Lost Place der alten Papierfabrik die seit 20 Jahren vor sich hin vegetiert auf dem Programm. Vom Stellplatz sind es keine 10 Minuten und man steht vor dieser imposanten Location. Für einen Lost Place Fan ein absolutes Muss, hier trifft man noch auf alles mögliche aus der Zeit wo die Maschinen noch produzierten. Nach dem Fund vom Cache und durchstöbern der Gebäuden, ging es in die kleine aber hübsche Altstadt von Turckheim auf die Jagd nach einem weiteren Cache.


 19. Juni 2020    Von Frankreich nach Luxemburg  / 337 km

  

Für den heutigen Tag ist ausnahmsweise mal eine längere Strecke auf dem Programm, schliesslich wollen wir in dieser relativ kurzen Tour noch der Nordsee begegnen. Wir reisten auf der Mautfreien Autobahn durch Frankreich hoch bis ins Saarland und via Saarbrücken Richtung Luxemburg. Von einer Grenzkontrolle ist auch hier nichts zu spüren, lediglich am Dieselpreis hat man die Orientierung wenn man Luxemburg unter den Räder hat, aktuell € 0.94

 

In Redange-sur-Attert angekommen, hat uns der von der Stadt kostenlos zur Verfügung gestellte Stellplatz freundlich empfangen und wir hatten noch die Wahl unter 5 freien Plätzen. Als Gegenzug tätigten wir im Ort noch Einkäufe beim Bäcker, Metzger und beim Cactus. Mit der momentanen Maskenpflicht in allen Geschäften ist für mich ein Einkauf eher ein notwendiges Übel.

 

Luxemburg zeigt sich sehr ordentlich und sauber, die Dörfer sind heraus geputzt und werden reichlich mit Pflanzen geschmückt. So auch einer der Strassenkreisel in Redange wo das Thema Musik voll zum Zuge kommt.  

Der musikalische Strassenkreisel

Shopping Queen mit Maskenpflicht


 

20. Juni 2020     Maastricht, die Niederlande hat uns….  / 184 km

 

  

 

Kurz vor dem Grenzübertritt nach Belgien wurde unsere FRELSI noch zu einem günstigen Dieselpreis von € 0.94 in Luxemburg vollgetankt. Auf Belgischem Boden angekommen zeigten sich wieder andere Strassenverhältnisse, Beton Pisten mit Dauermusik, dudum-dudum-dudum………. na gut, wir akzeptieren, schliesslich sind die Strassen mautfrei. Ohne grossen Zwischenhalt führte uns die Reise direkt auf den Stellplatz von Maastricht, grosser komfortabler Platz und mit dem Fahrrad ist das Stadtzentrum in Kürze erreicht. Maastricht ist die Hauptstadt der Provinz Limburg mit modernen und historischen Gebäuden, bietet eine fantastische Freiluftgastronomie in allen Preislangen.


 

21.- 23.  Juni 2020     Nieuw Bergen mit den Maasdünen  / 109 km

 

  

 

War gestern noch Stadtfeeling angesagt ist der heutige Stellplatz beim Bauer auf dem Lande unmittelbar bei den Maasdünen. Beim Stellplatzbetreiber kann man sich zudem gleich mit Produkten vom Hof eindecken und so wurde unser Vorrat mit Erdbeeren, Konfitüre und Honig aufgestockt. Nach dem einrichten ging es mit den Fahrrädern zum Nationalpark der Maasdünen. Hier haben unter Einfluss von Wasser, Wind und Mensch bei der Sandgewinnung im Lauf der Jahrhunderte ein einzigartiges Naturgebiet erschaffen. Da uns die Gegend so faszinierte, haben wir uns kurzum für einen Zusatztag entschieden und werden dafür das Städtchen Grove überspringen. Für den zweiten Tag nahmen wir eine grössere Radtour mit mehreren Geocaches ins Programm. Ein spezieller Cache war auf der Fähre über den Fluss Maas versteckt, ich fragte den Schiffsführer nach einen Hinweis den wir auch sofort bekamen, da die Überfahrt nur ein paar Minuten dauert war kurzum einen Log-Stress angesagt, klar wir hätten mit der Fähre nochmals hin und her fahren können, so war der Preis pro Person inkl. Fahrrad gerade mal € 0.90.


 

24.  Juni 2020     Zur Festungsstadt Heusden  / 86 km

 

  

 

Unmittelbar vor den Festungswällen haben wir uns im kleinen und feinen Minicamping De Reekens eingerichtet. Zu Fuss ging es auf der Brücke über den Wall in die wunderschöne Innenstadt. Es macht richtig Spass, durch die Strassen und um den Hafen mit den drei Ständerwindmühlen zu bummeln. An Kneipen und Cafés für eine gemütliche Einkehr mangelt es wahrlich nicht. Ein Spaziergang auf den Festungswällen mit dem wunderschönen Blick auf die Gelderländer und Brabanter Landschaft und die Maas runden den Besuch ab.


 

25.  Juni 2020     Kinderdijk, das Paradies der Windmühlen  / 56 km

 

  

Unsere FRELSI bekommt in Alblasserdam für die nächsten zwei Nächte ihren Stellplatz und wir machten uns mit den Velos zu den Windmühlen von Kinderdijk. Die 19 denkmalgeschützten Windmühlen bei Kinderdijk sind UNESCO-Welterbe und können vom Radweg aus bestens bestaunt werden. Wenige Mühlen sind auch von innen zu besichtigen und wir wollten uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Natürlich muss dafür bezahlt werden, doch das ist nicht so einfach wie erwartet. Die Dame bei der Ticketkontrolle erklärte uns das nur Online eine Eintrittskarte besorgt werden kann, so versuchten wir auf der zuständigen Webseite unser Vorhaben zu erreichen, doch da ist nur Holländisch im Angebot und nach 10 Minuten waren meine Nerven blank und wir besichtigten die Mühlen von aussen.


 

26.  Juni 2020     Rotterdam mit dem Waterbus  / 0 km

 

  

 

Ein paar Meter von unserem Stellplatz in Alblasserdam entfernt ist die Anlegestelle vom Waterbus der die Städte Dordrecht und Rotterdam verbindet. In rund 40 Minuten brachte uns das Schiff mit unseren Fahrrädern, die auf dem Waterbus kostenlos befördert werden mitten in die Stadt Rotterdam. In Rotterdam angekommen ging es zuerst 5 Kilometer durch die Stadt zu einem Geocache wo ich einen speziellen Trackable ablegen will.          Dieser TB hatte ich im Frühjahr bei einer Wanderung im Tessin entdeckt und nun ist er zurück bei seinem Besitzer. Die Stadt Rotterdam wirkt sehr modern, bietet aber mit seinem alten Hafen auch einiges an Nostalgie. Was mir extrem aufgefallen ist, die Fahrräder haben in der ganzen Stadt eine dominante Stellung, unsere Fahrten quer durch Rotterdam verliefen alle auf Radwegen und bei den Ampel haben die Drahtesel immer Priorität.


 

27.  Juni 2020     Das alte Städtchen Zierikzee  / 80 km

 

  

 

500 Meter vom Zentrum liegt der Stellplatz DeZandweg, keine Luxusoase aber für uns zweckmässig um das hübsche Städtchen Zierikzee zu besuchen. Mit seinen 568 unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden erfüllt es alle Klischees eines Bilderbuchstädtchens. Gässchen, gesäumt von typisch holländischen Giebelhäusern, Klappbrücken, mächtige Stadttore, zwei Windmühlen sowie der Museumshafen. Ein Geocache führte uns kreuz und quer durch die Gassen und dem einen oder anderen Geschäft konnten wir nicht widerstehen ein paar Euro abzugeben. Für mich ist Zierikzee sicher ein Favorit unter den besuchten Orten auf dieser Tour.


 

28.  Juni 2020     Über den Oosterscheldekedam nach Middelburg  / 46 km

 

  

 

Die heutige Etappe mit knapp 50 Km ist eher kurz aber mit der Überquerung des Oosterscheldekedam sehr spektakulär. Mitte auf dem Damm gibt es Parkmöglichkeiten wo man so richtig die Nordsee schnuppern kann, schnuppern ist hier leicht untertrieben da einem ein Wind-Sand-Gemisch mit 40 km/h um die Nase fegte. Nach diesem kostenlosen Peeling war kurz nach Mittag der Stadtcamping von Middelburg erreicht wo wir uns nach dem einrichten auf direktem Weg per Fahrrad zur Stadt begaben.  Die Provinzhauptstadt blickt auf eine lange, bewegte Geschichte zurück. Aus einer Ringwallburg zum Schutz vor einfallenden Wikingern aus dem 9. Jh. Erwuchs durch die günstige Lage am Fluss Arne ein wichtiger Handelsplatz. Im 11. Jh. Errichteten Mönch des Nobertinger Ordens eine prachtvolle Abtei. Die "Abdij" ist heute noch das Herzstück der Stadt.


 

29.  Juni 2020     Sas van Gent…..  / 68 km

 

  

 

Um zum heutigen Ziel "Sas van Gent" zu kommen, führte uns ein 6.6 km langer Tunnel unter der Westerschelde durch, eine der wenigen Mautpflichtigen Strassen in den Niederlande. Mit € 7.50 kann man somit gut an die 70 km einsparen und wird zusätzlich noch ein Erlebnis reicher. In Sas van Gent das direkt an der Belgischen Grenze liegt angekommen, bietet das kleine Städtchen direkt am alten Hafen ein kostenloser Stellplatz mit grandioser Aussicht zu den alten Schiffen. Ein Highlight  ist sicher die gigantische Drehbrücke über den Zeekanaal, ist ein grosses Schiff im Anmarsch schalten die Strassenampeln auf rot und die Brücke beginnt sich um 90° zu drehen. Der Ort bietet neben einigen alten Häusern noch Überresten einer alten Mühle und viele alte Schiffe, ansonsten wirkt Sas van Gent eher bescheiden.


 

30.  Juni 2020     Ypern - Belgien  / 109 km

 

  

 

Ypern ist eine Stadt mit einer sehr reichen und bewegten Vergangenheit. Im Mittelalter war Ypern eine blühende Handelsstadt. Damals war Ypern neben Brügge und Gent eine der grössten Tuchhandelsstädte Flanderns. Die eindrucksvolle Tuchhalle bildet den Beweis dieser glorreichen Zeit. Auch die Sint-Maartens-Kathedrale und die gewaltigen Festungsanlagen wurden in dieser Zeit errichtet. Im Ersten Weltkrieg wurde diese sehenswerte Stadt in Schutt und Asche gelegt. Ypern wurde in den vier Jahren sinnloser Gewalt fast völlig zerstört. Mit dem entsprechenden Respekt vor der Vergangenheit haben die Einwohner Yperns ihre Stadt wieder aufgebaut. Seit 1928 wird hier jeden Abend zum Gedenken an die gefallenen Menschen unter den mächtigen Gewölben des Menentors mit Trompeten der Zapfenstreich geblasen. Wir liessen uns dieses Spektakel nicht entgehen und nahmen Punkt 20:00 Uhr an dieser Zeremonie teil. Die Stadt liessen wir uns durch einen Geocache mit 15 Stationen zeigen. Eine kleine Herausforderung war das Wetter mit ständigem Wechsel von Sonne und Regen.


 

01. Juli 2020     Nismes - Belgien  / 193 km

 

  

 

Die heutige Reise führte uns in den Süden von Belgien in das kleine Städtchen Nismes im Viroinval. Die Stadt bietet hier auf dem zentralen Platz 10 Stellplätze für Wohnmobile zu € 5.00 die Nacht. In wenigen Gehminuten ist man bereits beim Schloss mit seiner riesigen Parkanlage, viele Spazierwege, einem See und mit unzähligen Bänken wird einem hier das Leben versüsst. Im Park gibt es noch eine Cacherunde mit 5 Tradis und einem Nachtcache der für heute Abend geplant ist.


 

02.- 04. Juli 2020     Abenteuertage in Berdorf  / 230 km

 

  

 

Wir verlassen Belgien mit dem Ziel Berdorf in Luxemburg wo wir unser Lager für die kommenden drei Nächte auf dem Camping Martbusch aufschlagen. Für Freitag ist eine Cacherunde in der Stadt Luxemburg die optimal mit dem Bus erreichbar ist auf dem Programm. Im ganzen Land Luxemburg ist seit März 2020 der ganze öffentliche Verkehr wie Bahn und Bus für alle komplett kostenlos. Hut ab vor diesem Service, so ist Luxemburg weltweit das einzige Land mit diesem Angebot. Nachdem uns wiederum ein Geocache die pulsierende Stadt zeigte, treffen wir am Nachmittag unser Sohn Daniel beim Bahnhof, er wird uns die kommenden Tage beim erkunden der Sandfelsen bei Berdorf begleiten.

 

Die Sandsteinfelsen sind ein Wunder der Natur und für Geocacher, Wanderer und Kletterer ein absolutes Highlight. Ob senkrechte Felsen, tiefe Höhlen oder Felsspalten von 30 cm Breite, hier finden alle was das Herz begehrt. Die "Räuberhöhle" ist eine tiefe Felsspalte, in der man über Leitern immer tiefer in das Innere gelangt und gerade im Sommer eine gelungene Abkühlung findet. Mit Stirnlampe bewaffnet kann man diese einmal durchqueren uns sich durch kleine Spalten quetschen. Mitten drin findet man ein Cache der jedoch nur mit einer extra Partie Kletterei erreicht werden kann. In der Nähe wartet die "Hölle", eine ebenfalls schmale Felsspalte, welche über 50 Meter tief in den Berg führt und in der sich ebenfalls ein Cache versteckt. Diese Höhle ist jedoch eine Sackgasse, in der man auch mal zwischenzeitlich auf allen vieren krabbeln muss. Eine Herausforderung bietet der Cache GC444H3 "Treasure island", ein knapp 20 Meter hoher ringsum überhängender Fels Turm der nur durch einen nahe stehender Baum zu erklimmen ist. Ausgerüstet mit 50 m Seil, verschiedenstes Klettermaterial  und einer mannshoher Steinschleuder um das Seil in die 20 m höher gelegene Astgabel zu katapultieren ging es zum Adrenalin-Kick. Mit der entsprechenden Klettererfahrung die Dani sich im Laufe der Zeit angeeignet hatte, wurden wir auch dieser Herausforderung Meister.


 

05. Juli 2020     Provinz Städtchen Charmes  / 519 km

 

  

 

Nachdem unsere FRELSI in Luxemburg nochmals mit Diesel zu € 0.95 gefüllt wurde, ging die Reise zu unserer letzten Etappe nach Frankreich ins Provinz Städtchen Charmes. Dieses Nest bietet so wenig dass wir nur mit Müh und Not ein Lokal zum Essen fanden. Die Preise belaufen sich im 4* Niveau daher staunten wir nicht schlecht als uns die Dame uns mit Feldschlösschen Bier abfertigte, versuche ich doch ständig diese Rhein-Pfütze zu meiden….. Und dass mitten im Sommer mit einem Weihnachtgedeck aufgefahren wird, lässt einem schon die Glöcklein klingeln. Während der Heimreise am anderen Morgen liessen wir uns auf dem Weg die Festung in Belfort nicht nehmen und erkundeten während einem ausgiebigen Rundgang dieser gigantische Bau.

 

Unsere Tour ist beendet, die Zeit war kurz aber wir sind wiederum mit vielen Eindrücken in den Alltag zurückgekehrt. Die Niederlanden ist faszinierend und ich bin wohl nicht das letzte Mal im "Zoggeliland" gewesen.




Letzte Aktualisierung: 17.05.2022